Kuss

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Kuss [kʊs], der; -es, Küsse ['kʏsə]:
das Berühren von jmdm., etwas mit den Lippen zum Zeichen der Liebe, Verehrung, zur Begrüßung oder zum Abschied:
ein flüchtiger, langer, leidenschaftlicher Kuss; er gab ihr einen zarten Kuss [auf den Mund, die Stirn]; sie bedeckte sein Gesicht mit Küssen; die beiden Politiker begrüßten sich mit einem Kuss auf die Wange.
Syn.: Schmatz (ugs.).
Zus.: Abschiedskuss, Begrüßungskuss.

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Kụss 〈m. 1uAufdrücken der Lippen auf den Körper, bes. Wange, Stirn, Mund od. Hand, eines anderen Menschen (als Liebes- od. Ehrfurchtsbezeigung)Gruß und \Kuss Dein Hans (als Briefschluss); tausend Grüße und Küsse Dein Hans (als Briefschluss) ● jmdm. einen \Kuss geben; einem Mädchen einen \Kuss rauben 〈poet.; veraltet〉; Küsse tauschen ● ein flüchtiger, glühender, heimlicher, heißer, herzlicher, inniger, langer, leidenschaftlicher, scheuer, zärtlicher \Kuss ● jmdn. mit einem \Kuss begrüßen, wecken [<ahd. kus, kuss, engl. kiss <germ. *kus- <idg. *ku(s)- „Kuss“ (lautmalend)]

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Kụss , der; -es, Küsse [mhd., ahd. kus, rückgeb. aus küssen]:
[sanft] drückende Berührung mit den [leicht gespitzten, leicht geöffneten] Lippen (als Zeichen der Zuneigung od. Verehrung, zur Begrüßung o. Ä.):
ein zarter, inniger, herzlicher, heißer, langer, leidenschaftlicher K.;
sie gab ihm einen K. [auf den Mund, die Stirn];
Küsse tauschen;
sie bedeckte sein Gesicht mit Küssen;
die beiden Politiker begrüßten sich mit einem K. auf die Wange;
Gruß und K. [Dein/dein Julius] (scherzh.; Schlussformel in Briefen od. beim Abschied).

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Kuss,
 
Berühren eines Menschen oder Gegenstandes mit den Lippen. - Der Kuss leitet sich möglicherweise von der Mund-zu-Mund-Fütterung, wie sie bei vielen Tieren üblich ist, ab. Als Kuss gilt auch der bei einigen Völkern verbreitete Nasengruß. - Neben der Funktion des Bezeugens von Zuneigung und Verehrung oder der Begrüßung und Verabschiedung (als Wangenkuss) hat der Kuss auch erotisch-sexuelle Bedeutung (als Zungenkuss). Symbol. Bedeutung gewann er v. a. bei Verlöbnis- und Eheschließungsritualen.
 
Grundlage der religiösen Symbolik des Kusses ist der Austausch von Kraft durch die enge Berührung und die Begegnung des Atems (Hauchseele). Durch das Küssen von Kultbildern oder sakralen Gegenständen (Kaaba in Mekka, Kreuz, Altar, Bibel, Bischofsring) soll göttliche Kraft und Segen übertragen, durch den ehrerbietigen Handkuss oder Kuss des Fußes Unterwerfung oder gnädige Zulassung zu Trägern sakraler Würde (Priester, Bischöfe, Papst, Könige) erreicht werden. Der Sühne- oder Friedenskuss ist ein Zeichen der Versöhnung. Er wurde im altfriesischen Recht zum Zeichen der Beendigung einer Fehde. Der Kuss des Lehnsherrn (bei Belehnung der Vasallen) sowie das Küssen heiliger Gegenstände bei Vertragsschluss besaßen einst Rechtskraft. - Der Missbrauch des Kusses wird in allen Kulturen negativ gewertet (so der Judaskuss als Zeichen des Verrats). - In Märchen ist der erlösende Kuss bekannt (Dornröschen).
 
 
C. Nyrop: The kiss and its history (a. d. Dän., London 1901, Nachdr. Detroit, Mich., 1968);
 T. Siebs: Zur vergleichenden Betrachtung volkstüml. Brauches: Der Kuß, in: Mitt. der Schles. Gesellschaft für Volkskunde, Jg. 5 (1903), H. 10; N. J. Perella: The kiss sacred and profane (Berkeley, Calif., 1969);
 
A kiss still a kiss. Küssen in alten Photographien, hg. v. Melissa Müller (Wien 1994).

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Kụss, der; -es, Küsse [mhd., ahd. kus, rückgeb. aus ↑küssen]: [sanft] drückende Berührung mit den [leicht gespitzten, leicht geöffneten] Lippen (als Zeichen der Zuneigung od. Verehrung, zur Begrüßung o. Ä.): ein zarter, inniger, herzlicher, heißer, langer, leidenschaftlicher K.; sie gab ihm einen K. [auf den Mund, die Stirn]; jmdm. einen K. aufdrücken; er raubte ihr einen K. (scherzh. veraltend; küsste sie gegen ihren Willen); Küsse tauschen; sie bedeckte sein Gesicht mit Küssen; die beiden Politiker begrüßten sich mit einem K. auf die Wange; nach einem kurzen Rundgang in der Abendfrische verabschiedete sie ihn ... mit einem lustlos gegebenen K. (Kühn, Zeit 81); Gruß u. K. [dein Julius] (scherzh.; Schlussformel in Briefen od. beim Abschied ).

Universal-Lexikon. 2012.

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